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Blaupunkt LS 162e Testbericht

Matthias, 17. März 2015
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Wie viel Klangqualität darf man für knapp 90 Euro erwarten? Mit seiner hübsch designten LS 162e will Blaupunkt beweisen, dass auch eine kompakte Soundbar druckvollen Klang und sogar Surround-Sound liefern kann.

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POSITIV

  • + schnelle Installation
  • + simple Bedienung
  • + warmer Klang

Negativ

  • - schwacher Surround-Modus 
  • - Knackser bei Schaltvorgängen
  • - stark leuchtendes Display

Putzig sieht sie aus, mit dem weiß glänzenden Kunststoff, den abgeschrägten Seiten, und dem feinen Lochblech. Mit Abmessungen von 750 x 50,5 x 62,5 mm (L x B x H) ist die Blaupunkt LS 162e auch eher für kleinere TV-Geräte mit 32 oder 34 Zoll gedacht. Und teuer ist sie auch nicht. Die Soundbar mit dem Logo des Traditionsherstellers Blaupunkt ist schon für knapp 90 Euro erhältlich. Nur wenig Anschlüsse, eine bescheidene Ausgangsleistung von 2 × 20 Watt und die spartanische Fernbedienung zeigen schon, in welche Richtung es geht. Die LS 162e ist ein schlichter Begleiter für das TV-Gerät und keine komplexe Multimedia-Maschine.

Verarbeitung/Design

Das Design der Blaupunkt LS 162e ist durchaus ansprechend. Endlich einmal eine Soundbar ohne schwarzen Klavierlack, die Elektronik ist hier in einem weißen Kunststoffgehäuse untergebracht. Auf der Frontseite werden die Lautsprecher durch ein fein gerastertes schwarzes Lochblech geschützt. Mittig angebracht ist ein kleines Punktmatrix-Display, das Infos wie die Lautstärke oder die Signalquelle mit zwei rot leuchtenden Ziffern oder Buchstaben anzeigt.

Die Seiten der Soundbars sind etwa im 45-Grad-Winkel nach hinten abgeschrägt. Hinter einer Stoffverkleidung stecken weitere Lautsprecher, vermutlich Tieftöner. Durch den schrägen Abstrahlwinkel wird der Klang etwas breiter im Raum verteilt.

Das kleine Gehäuse der Blaupunkt LS 162e

An der Verarbeitung der Blaupunkt gibt es rein gar nichts zu meckern. Der Kippschalter zum Ein- und Ausschalten auf der Rückseite beispielsweise, wirkt solide und rastet mit einem satten Klicken ein. Das Kunststoffgehäuse ist verwindungssteif, tippt man fest mit den Finger darauf, antwortet es mit einem sonoren Klackgeräusch. Dem Gerät liegen Gummifüße bei, die man vor der Inbetriebnahme auf die Unterseite klebt. Empfehlenswert ist dies schon allein deshalb, um das Gehäuse bei hohen Lautstärken vom TV-Tisch zu entkoppeln und damit der Übertragung von Resonanzen vorzubeugen.

Inbetriebnahme/Anschlüsse

Netzstecker rein, das optische Kabel vom Fernseher einstecken und einschalten, die LS 162e ist in Sekundenschnelle einsatzbereit. Mit Anschlüssen ist die Anlage nicht besonders gesegnet, außerdem optischen Anschluss gibt es noch einen für Cinchkabel (für Blu-ray-Player oder Fernseher) und einen Koaxial-Anschluss für einen Blu-ray-Player). Blaupunkt legt Koaxial- und Cinchkabel mit abgewinkelten Steckern bei, diese ragen dann nach hinten nicht zu weit aus dem Gehäuse heraus. Noch besser wäre es freilich gewesen, Blaupunkt hätte gleich ein optisches Kabel beigelegt, das bietet nämlich die beste Verbindung. Einen HDMI-Anschluss hat die Soundbar nicht.

Bedienung

Ein Schwachpunkt macht sich gleich nach dem Einschalten bemerkbar. Fast bei jedem Schaltvorgang auf der Fernbedienung ist ein elektrischer Knackser zu hören. Egal, ob man die Signalquellen wechselt oder zwischen verschiedenen Klangeffekten hin und her schaltet, immer gibt es dieses leise, aber vernehmliche Knacksen. Selbst beim Betätigen der Mute-Taste, wenn man die Soundbar kurzzeitig leise stellen will, knackst es. Nur bei der Regulierung der Lautstärke sowie beim Einstellen der Bässe und Höhen bleibt das Knacksen aus.

Für Menschen mit empfindlichen Ohren und technisch anspruchsvolle Nutzer, dürfte das fast schon ein Ausschlusskriterium sein. Auch wenn die Soundbar weniger als 90 Euro kostet, das Knacksen muss einfach nicht sein. Zugegeben, nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran und nimmt die Knackser kaum mehr wahr.

Nicht optimal ist auch das kleine Punktmatrix-Display, das die Lautstärke, den Sound-Modus oder die Signalquelle anzeigt. Die zweistellige rote Anzeige leuchtet zu intensiv. Nutzer, die gerne bei verdunkelten Zimmer vor dem TV-Gerät sitzen und vielleicht noch empfindliche Augen haben, werden die permanent rot leuchtende Anzeige als unangenehm empfinden, zumal diese unübersehbar mittig unter dem TV-Gerät platziert ist.

Die Fernbedienung der LS 162e

Ein Wort noch zur Bedienanleitung. Diese ist über weite Strecken in schlechtem, umständlichen Deutsch geschrieben. Um beispielsweise zu erklären, wie man einen DVD-Player an die zwei Cinch-Buchsen für Links und Rechts anschließt, benötigt die Bedienanleitung vier Absätze. Zitat gefällig? “CD L (linker CD-Stereo-Audio-Eingang): Benutzen Sie den linken CD-Stereo-Audio-Eingang CD L zusammen mit dem rechten CD-Stereo-Audio-Eingang CD R, … um einen DVD-Player über dessen Stereo-Audio-Ausgang Audio Out an die Soundbar anzuschließen.” Der gleiche Satz wiederholt sich dann mit CD R. Umständlicher und verwirrender kann man es nicht ausdrücken.

Außerdem ist in der Bedienanleitung ständig vom Surround-Modus die Rede. Nimmt man die Bedienanleitung wörtlich, so hat die Blaupunkt-Soundbar überhaupt nur Surround-Modi, sogar die Klangeinstellung für den Normal-Betrieb bietet demnach Surround. Beim Gerät selbst hat aber höchstens die Einstellung für den Movie-Modus annähernd Surround-Charakter. Insgesamt liest sich die Bedienanleitung als sei sie eine Übersetzung, bei der zwar Satz für Satz korrekt, aber ohne Rücksicht auf gute Verständlichkeit übersetzt wurde.

Die Blaupunkt LS 162e im Betrieb

Klangqualität

Bass und Höhen lassen sich bei der Soundbar von Blaupunkt getrennt regeln, der Einstellbereich reicht von -5 bis +5. Im Alltag sind diese Einstellmöglichkeiten auch nötig, denn keiner der Klang-Presets bietet optimale Sprachverständlichkeit.

Die LS 162e hat insgesamt drei Klang-Presets: Normal, Music und Movie. Ein Preset für News oder Sprache gibt es nicht. Im Normal-Modus sind Bässe und Höhen jeweils auf Null gestellt. Die Sprachverständlichkeit steigt aber, wenn man die Höhen um ein oder zwei Punkte anhebt. Auch in den anderen Klangeinstellungen ist optimale Sprachverständlichkeit nur dann zu haben, wenn man selbst ein wenig an Bässen und Höhen dreht. Hat man den Sound in einem bestimmten Modus individuell angepasst und wechselt in einen anderen Modus, dann sind die individuellen Einstellungen wieder verloren.

Im Music-Modus sind die Höhen deutlich auf 4 und der Bass leicht auf 2 angehoben. Dementsprechend kommt Musik über die LS 162e recht druckvoll, in den oberen Mitten mitunter fast schneidend daher. Für die Wiedergabe von Popkonzerten sind diese Einstellungen ganz in Ordnung. Für Klassikkonzerte, Jazz oder überhaupt jede Art von akustischer Musik machen die verstärkten Bässen und Höhen dann aber ein differenziertes Klangbild unmöglich.

Und selbst wenn Bässe und Höhen jeweils auf die neutrale Null gestellt sind, bleibt die Soundbar in Sachen Feinzeichnung und Transparenz nur Durchschnitt.

Bedenken muss man allerdings, dass zum Preis von deutlich unter 100 Euro auch nicht viel mehr Klangqualität zu erwarten ist.

Im Movie-Modus ist der Bass auf -3 und die Höhen auf -2 abgesenkt. Das ergibt ein sehr zurückhaltendes, um nicht zu sagen, dünnes und fahles Klangbild. Das soll möglicherweise Surround-Feeling erzeugen, doch Raumklang-Faszination stellt sich nicht ein und von wirklichem Rundum-Klang kann eigentlich keine Rede sein. Dafür hätten sich die Entwickler bei der Programmierung des digitalen Signalprozessors doch mehr ins Zeug legen müssen. Ganz abgesehen davon, kommen auch im Movie-Modus Dialoge und Stimmen nicht mit optimaler Klarheit rüber.

Die beste Note verdient sich eigentlich noch der Bass. Für ein so kompaktes Gerät ohne externen Subwoofer ist der Tieftonbereich schön kräftig. Natürlich donnern keine Tiefbassgewitter durchs Wohnzimmer, aber einen kräftigen, trockenen Oberbass und damit insgesamt eine warm timbrierte Tonwiedergabe bringt die Blaupunkt schon.

So fällt die Bewertung des Klangs insgesamt zwiespältig aus. Für den dünnen TV-Sound ist die Blaupunkt eine willkommene Verstärkung und gefällt durch einen angenehm warmen Grundton. Die Stimmverständlichkeit muss man aber in jeder Klangeinstellung manuell optimieren und für anspruchsvolle Musikliebhaber ist die Blaupunkt einfach nicht gut genug. Angesichts des Preises von knapp 90 Euro ist das Klangniveau aber ganz okay.

Der Lieferumfang der Blaupunkt Soundbar

Weitere Funktionen

Wie bereits erwähnt, lässt sich ein DVD- oder Blu-ray-Player anschließen, weitere Anschlussmöglichkeiten etwa für einen USB-Stick oder einen MP3-Player bietet die Blaupunkt nicht. Das ist nicht weiter schlimm, schließlich ist sie als tönender Begleiter für den Fernseher konzipiert und nicht als Entertainment-Maschine. Immerhin liegt eine Halterung mit Montagematerial für die Befestigung an der Wand bei.

Der Stromverbrauch liegt bei normaler Zimmerlautstärke immer deutlich unter zehn Watt. Im Stand-by ist der Verbrauch kaum messbar, liegt also unter einem Watt.

Unser Testfazit

Die hübsch designte Blaupunkt LS 162e gehört zu den preisgünstigsten Soundbars im Handel. Als kräftiger externer Lautsprecher für das TV-Gerät leistet sie mittelmäßige Dienste. Störend und gewöhnungsbedürftig sind die Knackser bei Schaltvorgängen. Die Stimmverständlichkeit ist in Standardeinstellungen nicht optimal und muss jeweils durch manuelle Regelung auf der Fernbedienung verbessert werden. Für anspruchsvolle Musikliebhaber und Freunde spektakulärer Action-Blockbuster ist die Soundbar weniger geeignet.

(0 Rezensionen)

POSITIV

  • + schnelle Installation
  • + simple Bedienung
  • + warmer Klang

Negativ

  • - schwacher Surround-Modus 
  • - Knackser bei Schaltvorgängen
  • - stark leuchtendes Display

Preisvergleich

Endnote 2,7 Befriedigend

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Design/Verarbeitung
    2.0
     
  • Klangqualität
    3.3
     
  • Installation/Anschlüsse
    2.0
     
  • Bedienung
    2.0
     
  • Weitere Funktionen
    3.0
     
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