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Bose Solo TV Testbericht

Matthias, 19. Januar 2015
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Viele Wege gibt es, den TV-Sound aufzupolieren. Bose wählt traditionsgemäß einen ganz eigenen Pfad und der führt unter das Fernsehgerät. SoloTV ist ein flacher Kasten, auf dem der Fernseher stehen soll. Voll von Lautsprechern, voller Technik – aber auch voller Klang? Actionfilm-Fans kommen hier weniger auf ihre Kosten da auch nur Stereo und kein Surround geboten wird.

(520 Rezensionen)

POSITIV

  • + extrem einfache Inbetriebnahme und Bedienung
  • + alle Kabel mitgeliefert
  • + sehr breiter Abstrahlwinkel
  • + sehr klarer Sound
  • + außerordentlich gute Sprachverständlichkeit
  • + Platz sparend, da unter dem TV-Gerät platziert

Negativ

  • - Höhen teils etwas zu betont  
  • - Bass etwas leise
  • - keine Klangregelung 
  • - kein HDMI ARC-Anschluss  

Die Akustik-Produkte des amerikanischen Familienunternehmens Bose sind auf kleinste Maße getrimmt, versprechen aber vollen Sound – vom edlen Wave-Radiowecker bis zur legendären Hi-Fi-Box 901. SoloTV bietet mit seiner Kastenform eine Stellfläche von 52,5 x 30,9 cm und soll bis zu 18 kg tragen können. Das reicht für die meisten 42 Zoll-Fernseher. Und weil alles einfach sein soll, verzichtet SoloTV sowohl auf Bluetooth als auch auf Klangeffekte und Virtual Surround. Die Klangregler findet Bose-typisch automatisch im Signalprozessor statt und ist abhängig von der Lautstärke. Auch die nicht zu knappen Preise haben bei Bose Tradition, in diesem Fall sind es um 345 Euro Straßenpreis.

Verarbeitung/Design

Der mattschwarze Kasten mit Strukturoberfläche besticht durch seine Schlichtheit. Von oben betrachtet gibt es keine rechten Winkel oder Kanten, das Gehäuse ist an allen Seiten leicht gerundet. Zusammen mit dem feingelochten Frontgitter, das seitlich noch ein Stück weit umläuft (um auch seitlich abstrahlen zu können), wirkt das sehr edel. Das Kunststoffgehäuse ist aber auch stabil, der Deckel gibt auch bei kräftigem Druck nicht nach.

Das Design des Bose Solo TV

Auch das 42 Zoll große Test-Fernsehgerät findet bequem darauf Platz. Unter dem fast metergroßen Fernseher wirkt das Bose SoloTV dann etwas verloren, aber auch gut aufgeräumt. Außer dem Bose-Firmenschild gibt es keine Aufdrucke oder sichtbaren Lämpchen. Nur eine LED glimmt nach dem Einschalten in der Mitte. Farbwechsel oder Blinken zeigen Funktionswechsel oder Lautstärkewechsel an. In der Regel glimmt es nur beruhigend grün. Die Verarbeitung ist exzellent, das Design dezent und durch die leicht gerundete Linienführung auch elegant.

Inbetriebnahme/Anschlüsse

Man könnte es kurz machen: Anschließen und fertig. Das trifft auch weitgehend zu, denn Bose legt lobenswerterweise sämtliche Kabel bei, mit denen das SoloTV angeschlossen werden kann, darunter auch das optische Digitalkabel. So bleibt einem erspart, noch kurz vor Geschäftsschluss schnell ein Kabel in einem Elektromarkt besorgen zu müssen. Solcher Luxus fällt bei Fernost-Ware, teils auch bei deutschen Geräten flach, dafür sind diese auch billiger.

Genauso gut wie das optische Kabel ist jedoch das digitale Koaxialkabel, über einen entsprechenden Anschluss verfügt das Bose SoloTV ebenso. Schließlich sind noch Cinchkabel für einen analogen Aux-Anschluss beigelegt. Nun könnte man zu meckern beginnen. Warum kein HDMI-Anschluss, möglichst mit ARC? Er hätte den Vorteil mit nur einer Fernbedienung arbeiten zu können. Bose bietet diese Möglichkeit nicht, stattdessen eine Universal-Fernbedienung. Eine solche bietet die Firma an, die bekommt man aber auch anderswo. Nun ja, die beigelegte Bose-Fernbedienung ist klein und besitzt nur vier Tasten, da verliert man nicht so schnell die Übersicht.

Klangqualität

Die Erwartungen sind hoch gesteckt, wegen des Soundprozessors im Inneren und nicht zuletzt wegen des Preises. Und wieder fällt der Aha-Effekt einmal anders aus als vermutet. Beim Umschalten vom TV-Gerät auf den Bose-Sound geht sofort die extreme Klarheit von Sprache ins Ohr. Dialoge klingen absolut frei und klar bei deutlich mehr Volumen. Die Sprachverständlichkeit ist umwerfend gut. Sogar S- und Zischlaute überträgt das SoloTV angemessen deutlich, was für gute Hochtonauflösung spricht. Und im Gegensatz zum flachen, aber auch diffusen Klang von Flachbild-TVs strömt der Bose-Sound eher direkt frontal auf den Zuschauer bzw. -hörer, ohne dabei aufdringlich zu werden. Das alles sorgt für enorme Klarheit und Durchhörbarkeit. Auch Stereoeffekte sind trotz der kleineren Basis vorhanden, wenn auch nicht so breit, wie bei doppelt so langen Soundriegeln. Man hört auf einem breitem TV-Sofa überall gleich gut, was bei 2.1-System nicht immer der Fall ist.

Der Bass enttäuscht zunächst etwas, weil tiefe Frequenzen nicht mit dem Druck eines externen Subwoofers ankommen. Dieser erste Eindruck ändert sich nach und nach. Beispiel Tatort-Krimi. Dessen meist ambitionierte Filmmusik enthält oft tiefe Basslinien. Das SoloTV schaufelt zwar tiefe Bässe in den Raum, aber sozusagen mit kleinerer Schaufel. Will sagen, der Bass ist einfach etwas leiser. Je tiefer, desto leiser, aber er ist durchaus vorhanden. Es ist eben kein spektakulärer Effektbass. Insofern ist das Bose-Gerät für die Fans von Action-Blockbustern, die Explosionen im Film mit Bassdruck übersetzen, nicht die erste Wahl.

Das SoloTV bleibt auch immer in Stereo-Modus. Virtual Surround sucht man vergebens. Macht aber nichts, ohnehin schafft es kaum ein Hersteller aus zwei Stereokanälen authentisch klingenden Surroundsound zu zaubern. Der Begriff “Virtual Surround” bleibt vielfach ein besserer Marketing-Gag.

Wenn man bei der Bose ein Haar in der Suppe finden will, dann wäre es der etwas schlanke Grundtonbereich. Gegenüber der vollmundig aufspielenden Philips Soundbar HTL 5120 wirkt das Bose SoloTV fast etwas blutleer. Opernsäger kommen mit Philips etwas dicklich rüber mit Bose etwas schlanker. Wie man das persönlich beurteilt, ist Geschmackssache. Andererseits sorgt der schlanke Grundton gerade für die exzellente Durchhörbarkeit bei Bose. Insgesamt ist der Bose-Sound ideal für Hörer, die es präzise und effektfrei mögen und mit dem leiseren aber seriösen Bass leben können.

Weitere Funktionen

Hier könnte man nun eine Liste aufstellen, welche Zusatzfeatures dem Bose SoloTV fehlen. Doch Bose setzt auf Einfachheit und unkomplizierte Bedienung statt Featuritis, ein durchaus sympathisches Konzept.

Bose setzt auf ein unkompliziertes Gesamtkonzept

Stattdessen noch ein Wort zur Lautsprecherbestückung. Vier kleine Breitbandsysteme (etwa 4 cm) enthält das Bose Solo TV. Zwei strahlen direkt nach vorn und zwei an den Ecken etwas zur Seite, ergänzt durch drei Bassreflexkanäle. So entsteht ein breites Klangfeld im Raum. Bose gelingt das ohne die typischen Interferenzen, sprich Klangauslöschungen. Es klingt überall gleich gut. Daran dürfte der Soundprozessor beteiligt sein. Er sorgt auch dafür, dass der Sound ob laut oder leise weitgehend gleich klingt. Daneben beherrscht Bose auch hohe Lautstärkepegel. Eine Veränderung des Klanges durch den Anwender ist nicht vorgesehen. Man muss das Solo TV so akzeptieren, wie sich das der Entwickler vorgestellt hat.

Unser Testfazit

Boses platzsparende Lösung Solo TV bietet exzellente Sprachverständlichkeit und wirkt dabei im Grundton etwas schlank. Dazu passende und auch tiefe Bässe sind durchaus vorhanden, werden aber etwas leiser reproduziert. Räumlich breite Abstrahlung und sehr einfache Handhabung stehen auf der Habenseite. Man braucht aber die zweite Fernbedienung. Actionfilm-Fans kommen hier weniger auf ihre Kosten, da auch nur Stereo und kein Surround geboten wird. Der Preis ist mit 345 Euro etwas hoch angesetzt.

(520 Rezensionen)

POSITIV

  • + extrem einfache Inbetriebnahme und Bedienung
  • + alle Kabel mitgeliefert
  • + sehr breiter Abstrahlwinkel
  • + sehr klarer Sound
  • + außerordentlich gute Sprachverständlichkeit
  • + Platz sparend, da unter dem TV-Gerät platziert

Negativ

  • - Höhen teils etwas zu betont  
  • - Bass etwas leise
  • - keine Klangregelung 
  • - kein HDMI ARC-Anschluss  

Preisvergleich

Endnote 1,7 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    1.5
     
  • Klangqualität
    1.5
     
  • Installation/Anschlüsse
    2.0
     
  • Bedienung
    1.5
     
  • Weitere Funktionen
    3.0
     
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