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LG NB 3530A Testbericht

Matthias, 12. Februar 2015
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Die Soundbar NB 3530A bietet viel Technik, viele Anschlüsse und satte 300 Watt Leistung zu einem relativ günstigen Preis. Der Praxistest zeigt, ob das Bedienkonzept der Soundbar aufgeht – und ob der Klang die Erwartungen erfüllt.

(724 Rezensionen)

POSITIV

  • + schnelle Inbetriebnahme
  • + als Stereoanlage einsetzbar
  • + viele Einstellmöglichkeiten und Anschlüsse
  • + einfache Bedienung

Negativ

  • - durchschnittliche Klangqualität
  • - kein echtes Surround

Ein echtes Monster. Das war unser erster Gedanke, als wir die LG-Soundbar NB 3530A in den Testraum gewuchtet hatten. Nach dem Auspacken gab es aber Entwarnung, die 2.1-Soundbar hat wohnzimmertaugliche Abmessungen und liegt nach der Installation fast zierlich vor dem Fernseher. Nur der Subwoofer ist mit Abmessungen von 196 x 390 x 297 Millimeter ziemlich groß, aber ohne eine bestimmte Größe können Subwoofer nun mal keine richtigen Bässe produzieren.

Die LG gehört zu den Anlagen, die ganz altmodisch noch mit Watt-Leistung protzen. 2 x 80 Watt für die Stereokanäle und noch mal 140 Watt für den Subwoofer sind am Start, mehr als genug, um auch größere Räume zu beschallen. Und ein Blick auf die Fernbedienung zeigt, dass da deutlich mehr Features geboten sind als nur die Verstärkung des TV-Klangs. Eine ganze Menge Hightech also, für einen sehr günstigen Preis von etwa 200 Euro.

Verarbeitung/Design

Die Soundbar ist 95 Zentimeter lang, passend also zu einem Fernseher mit 40 oder 42 Zoll. Viel größer sollte das TV-Gerät nicht sein. Das Subwoofer wird daneben oder in der Ecke dahinter aufgestellt. Da der Bass-Lautsprecher über Funk mit Audiosignalen versorgt wird, entsteht auch kein Kabelsalat.

Das schwarzglänzende Gehäuse der LG NB 3530A

Design und Verarbeitung sind in Ordnung. Von überragender “Anfassqualität” oder designerischen Finessen kann man natürlich nicht sprechen. Das schwarzglänzende Gehäuse mit den offenen Lautsprechern links und rechts sieht aber insgesamt recht wertig aus. Die Fernbedienung wirkt, als sei sie aus gebürstetem Metall, ist aber aus Kunststoff. Aber angesichts des niedrigen Preises ist das völlig okay. Schließlich geht es um den Klang und da schadet es nicht, wenn die Soundbar unauffällig bleibt.

Inbetriebnahme/Anschlüsse

Problemlos läuft die Erstinstallation und Inbetriebnahme ab. Die Soundbar wird über einen optischen Eingang ans TV-Gerät angeschlossen, insgesamt stehen zwei optische Eingänge zur Verfügung. Danach muss man eigentlich nur noch einschalten, die Signalquelle wählen und die Lautstärke einstellen, entweder direkt per Touch-Bedienung am Gerät oder an der Fernbedienung. So weit so einfach. Als Signalquelle zur Verfügung stehen neben dem TV-Gerät auch externe Zuspieler wie beispielsweise das Smartphone, das seine Audiosignale über Bluetooth sendet, ein portables Gerät wie ein MP3-Player oder ein USB-Flashlaufwerk mit Musik.

Die Fernbedienung zur LG NB 3530A

Bedienung

Woran erkennt man ein durchdachtes Bedienkonzept? Vermutlich am besten daran, dass man bei der Inbetriebnahme nicht ins Handbuch schauen muss. Genau das hat LG bei der NB 3530A geschafft. Zumindest technisch erfahrene Menschen, die vielleicht auch schon mal einen Full-HD-Fernseher in Gang gebracht haben, werden sich schnell zurechtfinden. Das gilt auch, obwohl die Soundbar eine ganze Menge Features bereithält.

Hilfreich in diesem Zusammenhang ist das Display, das die wichtigsten Infos, beispielsweise zum vorgewählten Klangeffekt oder zur Lautstärke des Subwoofers anzeigt. Auch die Fernbedienung ist als mobiles “Mission Control Center” vom Tastenlayout her so aufgebaut, dass man sofort weiß, welche Taste für welche Funktion steht. Einfach und problemlos schaltet man so zwischen den verschiedenen Zuspielquellen um, regelt die Lautstärke des Subwoofers oder stellt den gewünschten Klangeffekt ein.

Klangqualität

Womit wir bei der Klangqualität wären. In jedem Fall beschert die LG 3530 dem Fernseher einen satten, voluminösen Sound. Auf Anhieb werden ein satter Bass, eine größere Bühne und mehr Details hörbar. Beim Fernsehen ist aber nicht nur der volle Sound wichtig, sondern auch die Sprachverständlichkeit. Die ist bei der LG NB 3530A trotz des vollen Klangs gut. In der Klangeinstellung “Clearvoice” erscheinen Stimmen noch etwas präsenter. Ausprobiert haben wir es mit einer Mischung von TV-Sendungen, darunter Talkshows und Nachrichten sowie einigen Blu-ray-Videos.

Auch bei der Wiedergabe von Filmen und Konzerten ist die LG Soundbar ein Gewinn gegenüber dem dünnen TV-Klang. Allerdings neigt die Anlage in der Standardeinstellung “Natural” zu einer leicht bassbetonten Wiedergabe, vor allem der obere Bassbereich schiebt sich etwas in den Vordergrund. Beheben lässt sich dies, indem man in den Klangeinstellungen auf “Clearvoice” stellt oder die Lautstärke des Subwoofers absenkt. Außerdem ist es möglich, die Effektfilter komplett zu umgehen und einfach die Klangeinstellungen aus dem TV-Gerät zu übernehmen. Nicht die schlechteste Option für Leute, die einen klaren, nüchternen Sound ohne Effekte bevorzugen.

Einen Surround-Modus hat die LG auch, der virtuelle 3D-Sound hat aber keinen durchschlagenden Effekt. Der Klang wirkt ein bisschen weniger direkt und ein bisschen räumlicher, von echtem 3D ist das aber weit entfernt. Die LG NB 3530A ist und bleibt eine Zwei-Kanal-Anlage.

So richtig begeistern kann die Klangqualität auf Dauer nicht. Verwöhnte Ohren werden feststellen, dass die LG bei in den Disziplinen Auflösung, Feinzeichnung und Durchsichtigkeit nur Mittelmaß ist. Hörbar werden diese Defizite bei einer Konzert-DVD mit viel akustischen Instrumenten wie etwa Loreena McKennitts “Nights from the Alhambra”. Aber auch bei einem Klavierkonzert von Mozart, kommt das Orchester nicht gerade sehr differenziert rüber.

Auch Impulstreue und Schnelligkeit lassen zu wünschen übrig. Besonders deutlich wird das, wenn man die LG-Soundbar mit Konzert-DVDs wie Kraftwerks “Minimum Maximum” speist. Da fehlt es dann doch an Präzision, Klarheit und Schnelligkeit, der vielgelobte Klang des Kraftwerk-Konzerts kommt auf der LG doch etwas zu behäbig daher.

Mit einer guten Heimstereo- oder Surroundanlage kann sich die Soundbar also nicht messen. Das ist aber eigentlich keine Kritik. Denn hier zeigen sich nun Mal die Grenzen einer Anlage aus der 200-Euro-Klasse. Mehr Klang für diesen Preis geht halt nicht. Festzuhalten ist aber: Die NB 3530 bietet eine deutliche Aufbesserung des dünnen TV-Klangs.

Die LG NB 3530 im Betrieb

Weitere Funktionen

Neben den wichtigsten Funktionen wie Lautstärke- und Klangeinstellung hat die Soundbar noch weitere Features zu bieten. So kann der Anwender beispielsweise TV-Funktionen wie Programmwahl direkt an der LG-Fernbedienung zu regeln. Wer einen aktuellen LG-Fernseher besitzt, kann noch mehr einstellen. Welche Funktionen genau das sind, verrät das Handbuch des jeweiligen LG-Fernsehers.

Wer auch andere Geräte als das TV-Gerät anschließen will, hat verschiedene Möglichkeiten. An den 3,5-Millimeter-Klinkeneingang beispielsweise könnte man einen MP3-Player oder das Notebook anstöpseln und damit die Hausparty beschallen. Durch den Subwoofer ist für ordentlich “Wumms” gesorgt und die Klangqualität ist für die Party völlig ausreichend.

Drahtlos-Techniken sind ebenfalls an Bord. Das beginnt mit dem Fernseher, der sich auch über Bluetooth anschließen lässt, geht weiter mit dem Subwoofer, der über Funk angesteuert wird und endet beim Smartphone, das Musik drahtlos auf die Soundbar überträgt.

Die Verbindung mit dem Smartphone via Bluetooth herzustellen, ist kein Problem. Dazu stellt der Anwender über die Taste “Function” auf Bluetooth, aktiviert Bluetooth auf dem Smartphone, lässt die Soundbar suchen und gibt die PIN der Soundbar ein. Dann werden die Geräte miteinander verbunden. Im Test klappte die Verbindung (“Pairing”) auch ohne PIN. Dann ruft man im Smartphone den Musikplayer auf, tippt auf “Play” und beschallt auf diese Weise den ganzen Raum. Allerdings sollte das Handy nicht weiter als 1,50 Meter von der Soundbar entfernt liegen. Im Test begann die LG spätestens ab zwei Meter Entfernung zu zicken, was sich in Aussetzern bei der Musikwiedergabe bemerkbar machte. Nähert man das Handy der Soundbar ist alles wieder gut.

Testfazit

Die Soundbar ist schnell installiert, bietet ein durchdachtes Bedienkonzept und eine Reihe sinnvoller Features. Sie bessert den TV-Klang hörbar auf und lässt sich in Kombination mit einem MP3-Player oder Smartphone als kraftvolle Musikanlage für die Party nutzen. Liebhaber des anspruchsvollen Klangs werden aber nicht glücklich und sollten sich ein anderes Produkt wie beispielsweise die Sony HT-CT260H ansehen.

Angesichts des günstigen Preis von rund 200 Euro ist die LG NB 3530A insgesamt ein faires Angebot.

(724 Rezensionen)

POSITIV

  • + schnelle Inbetriebnahme
  • + als Stereoanlage einsetzbar
  • + viele Einstellmöglichkeiten und Anschlüsse
  • + einfache Bedienung

Negativ

  • - durchschnittliche Klangqualität
  • - kein echtes Surround

Preisvergleich

Endnote 2,0 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Design/Verarbeitung
    1.5
     
  • Klangqualität
    2.3
     
  • Installation/Anschlüsse
    2.0
     
  • Bedienung
    2.0
     
  • Weitere Funktionen
    1.5
     
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