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Philips HTL5120/12 Testbericht

Matthias, 2. Oktober 2014
Endnote 2,4 Gut
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Vollen Kinosound ohne extra Subwoofer verspricht die elliptisch gewölbte Soundbar von Philips. Ein ästhetisches Stück Technik und simpel bedienbar. Was ist dran am Kinosound? 

(42 Rezensionen)

POSITIV

  • + einfache HDMI-Inbetriebnahme und Bedienung
  • + warmer, sonorer Grundton - gute Verarbeitung
  • + außergewöhnliches, klares Design
  • + gute Sprachverständlichkeit
  • + Bluetoothverbindung zu Tablet & Co.

Negativ

  • - kein tiefer Bass
  • - Hochton etwas zurückhaltend
  • - etwas mittenbetont
  • - keine Partylautstärke 
  • - kein USB-Anschluss  

Philips legt schon immer Wert auf gutes Industriedesign. Doch selbst im Portfolio der Philips TV-Lautsprecher nimmt diese Soundbar eine Sonderstellung ein. Im Bass soll sie einem 2.1-System entsprechen, auch ohne externen Subwoofer. Mit seinem elegant gewölbtem Gehäuse setzt der 101 cm lange und 15,6 cm breite Riegel ein Design-Ausrufezeichen. Kinofeeling à la 5.1 (deshalb die 51 im Namen) soll eine Virtual Surround-Option ins Wohnzimmer holen. Bluetooth-Kontakt nimmt die Soundbar nur zu Tablets oder Smartphones auf, nicht zum TV-Gerät. Dafür stehen diverse Kabelanschlüsse zur Verfügung. Mit gut 180 Euro Straßenpreis ist der kompakte Sound-Ästhet kein Billigheimer.

Verarbeitung/Design

Vor dem Flachbildfernseher hingebreitet wie eine flache, schwarze Welle erscheint die Soundbar durchaus als Hinkucker. Ihr schnörkelloses, minimalistisches Design trumpft jedoch nicht auf, sondern fügt sich dezent in jedes Wohnambiente ein. Hinter dem schwarzen Stoffbezug, mit dem die Front komplett überzogen ist, verbirgt sich ein gelochtes Kunststoffgehäuse. Das soll die dahinter liegenden Lautsprecher wohl vor forschenden Kinderfingern schützen.

Das elegante Design der Philips HTL5120/12

In beide Seiten der Philips HTL5120/12 sind trichterförmige Bassreflexrohre in schimmernder Chrom-Optik eingelassen. Sie verstärken den Tiefton. In der Mitte der schwarzen Front setzt sich ein schmaler metallischer Streifen ab, auf dem die Bedienleiste mit Einschaltknopf platziert ist. Beim Einschalten wechselt eine LED von Rot nach Weiß und eine hübsche Lichterkette von sieben weiteren weißen LEDs baut sich zur Begrüßung kurz auf und erlischt. Dauerhaft angezeigt wird nur die gewählte Verbindung oder Funktion. Nur während der Lautstärkeverstellung symbolisiert die Anzahl der LEDs den Wert, leider eher ungenau. Alle Anschlüsse befinden sich auf der Unterseite in einer breiten Aussparung, auch das ist gut gelöst. Mit 3,9 kg ist die Philips Soundbar kein Schwergewicht. Die Gesamtverarbeitung macht aber einen auszeichneten Eindruck. Setzt sich der positive Eindruck im Alltagsbetrieb fort?

Inbetriebnahme/Anschlüsse

Die Soundbar kommt mit vielfältigen Anschlüssen, für unterschiedliche Geräte-Szenarios. Von den drei HDMI-Anschlüssen sind zwei für externe Geräte gedacht (Blue-ray-Player, Spielekonsole, etc). Die dritte und wichtigste HDMI-Buchse ist mit einen Audiorückkanal (ARC) ausgestattet. Hier wird das TV-Gerät angeschlossen, das auch über ARC verfügen sollte. So kann der Nutzer die Soundbar über die Fernbedienung des TV-Geräts aktivieren, und auch die Lautstärkeverstellung am TV-Gerät wird an die Soundbar durchgereicht.

Die Fernbedienung der Soundbar braucht man nur, um andere Eingänge zu wählen. Mit unserem Test-TV-Gerät gelang die HDMI-Verbindung auf Anhieb. Beim Einschalten dauert es aber ein paar Sekunden bis der Ton kommt. Daneben steht ein optischer Digitalanschluss (Toslink) zur Verfügung, dessen Benutzung aber zwei Fernbedienungen erzwingt, wie auch ein digitaler Coaxial-Eingang. Für analoge Fälle gibt es noch einen Aux-Eingang für Cinchstecker. USB für Sticks hat die Soundbar nicht an Bord, dafür einen Miniklinken-Anschluss für MP3-Player. Auch die Bluetooth-Verbindung mit einem Smartphone ist schnell aufgebaut. Das sind eine Menge Anschlüsse, die auch teurere Konkurrenz nicht immer aufweisen kann. Auf direkte Funktionswahl an der Soundbar verzichtet Philips, man benutzt hierfür die Fernbedienung. Die ist dafür groß genug und intuitiv benutzbar.

Klangqualität

Immer wieder spannend – das Umschalten vom dünnen Klang des Fernsehers zur Soundbar. Hier fällt der Effekt prompt etwas anders aus, als von 2.1-Anlagen gewohnt. In den Vordergrund tritt weniger ein fulminanter Bassbereich, sondern eine warme und deutliche Sprachwiedergabe. Dünnen Stimmen aus dem TV-Gerät klingen plötzlich sonorer und erwachsener. Und anders als bei den schmalen 2.1-Soundleisten strömte der Schall weniger gerichtet raus, sondern etwas breiter und allgemeiner. Grund dafür sind die nach oben gerichteten Lautsprecher. Sie strahlen zur Decke, viel Schall wird aber gleich am Bildschirm oder der Wand in Richtung Zuschauer reflektiert. So scheint der Ton fast direkt aus dem Bildschirm zu kommen und nicht von der Soundbar darunter.

An den Seiten setzt Philips ein Design Ausrufezeichen

Die vollmundige Wiedergabe macht auch zumindest vor Oberbass nicht halt. Tiefe Streicher, gezupfter Bass oder Soundeffekte unterschlägt die Soundbar nicht, die kommen aber nicht so definiert wie von 2.1-Subwoofern, sondern eher weich und eingebunden in den Grundton. Im direkten Vergleich mit der Samsung 2.1-Soundbar HW-F450 – diese spielt filigraner, in den Klangfarben und im Bass sauberer und tiefer, ließ aber Grundtonwärme vermissen – liefert die Philips 2.0-Soundbar eher ein kompaktes, rundes Soundfeld, nicht ganz so fein differenziert, aber mit mehr Grundtonfülle. Dennoch ist sie durchaus in der Lage, eine hart gerissene, flirrende spanische Gitarre wiederzugeben. Bei Samsung klingt das zwar etwas präziser aber metallisch-kühler. Die Philips Soundbar ist vernünftigerweise mit einer Klangregelung für Bass und Höhen ausgestattet, da verzichtet man gern auf Presets. Angezeigt durch die 8 LEDs. Steht der Bass auf Mitte (4 LEDs) dann können Dialoge in der Talkshow oder Nachrichtensprecher einen Tick zu mulmig wirken. Nimmt man den Bass zurück, passt es wieder.

Nun noch zur Virtual Surround-Einstellung, zum Kinogefühl. Auf Knopfdruck per Fernbedienung aktivierbar, erscheint der Sound weniger mittig, sondern etwas räumlicher und breiter. Im Gegensatz zu manch anderen Soundbars leidet die Sprachverständlichkeit kaum. Echtes Rundum-Surround-Gefühl bietet aber auch die Philips nicht. Und mächtig krachen lassen können es die 96 Watt auch nicht. In tiefere Bassgefilde bei Soundeffekten folgt die Soundbar nicht, aber immerhin liefert sie eine Ahnung von tiefem Volumen.

Die Philips HTL5120/12 ist richtig für Menschen, die unkompliziert einen vollständigen Fernsehton mit guter Sprachverständlichkeit auf allen Plätzen und großer Klangfülle suchen, und auf das ganz große Effektkino verzichten können.

Weitere Funktionen

Die Liste der “Special Effects” ist (erfreulich) kurz. Wie üblich kann eine “Audio Sync”-Funktion die Lippensynchronizität verbessern. Die wird signalisiert durch die Anzahl der LEDs. In diesem Fall ist die Anzeige wenig brauchbar, man muss sich aufs Gehör verlassen. Ein “Nacht-Modus” reduziert Dynamik und bremst zu laute Stellen etwas ein. Praktisch ist die Einstellung “Auto-Volume”, die unterschiedliche Lautstärkepegel etwas angleicht, angenehm beim Zappen und Hin- und Herschalten zwischen verschiedenen Signalquellen.

Ein ungewöhnliches Feature und eine gute Idee ist der eingebaute Orientierungssensor, der dem Signalprozessor mitteilt, ob die Soundbar steht oder an der Wand hängt. Entsprechend wird der Gesamtklang verändert. Nötig ist das, weil die stehende Soundbar eher nach oben strahlt. Bei Wandaufhängung würde sie direkt frontal strahlen, was wohl einen “schärferen” Klang zur Folge hätte.

Unser Testfazit

Ganz nach dem Philips Werbeslogan “sense and simplicity” erzeugt die Soundbar HTL5120/12 einen besonders sprachverständlichen, vollmundigen Fernsehton, der auch Musik mit weitgehend vollständiger Fülle zur Gehör bringt. Tiefen Bass und sehr hohe Lautstärken kann sie nicht, mit Virtual Surround klingt es etwas breiter, aber es wird kein Kino aus dem Wohnzimmer. Dafür ist sie sehr gut verarbeitet, optisch attraktiv und ihre Anschlussvielfalt bietet für fast jedes TV-Gerät Kontakt. Vielen dürfte genau das gefallen.

(42 Rezensionen)

POSITIV

  • + einfache HDMI-Inbetriebnahme und Bedienung
  • + warmer, sonorer Grundton - gute Verarbeitung
  • + außergewöhnliches, klares Design
  • + gute Sprachverständlichkeit
  • + Bluetoothverbindung zu Tablet & Co.

Negativ

  • - kein tiefer Bass
  • - Hochton etwas zurückhaltend
  • - etwas mittenbetont
  • - keine Partylautstärke 
  • - kein USB-Anschluss  

Preisvergleich

Endnote 2,4 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Design/Verarbeitung
    2.0
     
  • Klangqualität
    2.5
     
  • Installation/Anschlüsse
    2.0
     
  • Bedienung
    2.0
     
  • Weitere Funktionen
    2.5
     
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