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Samsung HW-F355 Testbericht

Matthias, 18. November 2014
Endnote 2,3 Gut
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Wer für kleinere Räume eine preisgünstige Soundbar sucht, findet bei Samsung ein 2.1-Slimline-System mit Subwoofer, Bluetooth und viel Ausstattung. Wie viel Klang darf man für gut 100 Euro erwarten? 

(327 Rezensionen)

POSITIV

  • + Inbetriebnahme und Bedienung einfach und problemlos
  • + sehr günstiger Preis
  • + Durch Bluetooth und USB auch als Musikanlage nutzbar
  • + Drahtlose Verbindung zum TV-Gerät möglich

Negativ

  • - Bässe und Höhen etwas schwach
  • - kein echtes Surround-Feeling auf

Flachbild-Fernseher residieren nicht nur in Wohnhallen, auch kleinere Räume werden damit ausgestattet. Hier Geld in eine highendige Zusatzlautsprecher zu investieren, wäre überflüssig. Samsungs kleinste 2.1-Soundbar kostet nur etwa 110 Euro, glänzt aber mit fast gleicher Ausstattung und zahlreichen Features der leistungsstarken Samsung-Kollegen. Deren ohrenbetäubende Maximallautstärke schafft sie nicht (2 x 30 Watt und 60 Watt Subwoofer). Dafür hat Samsung gegenüber dem Vorgängermodell HW-F350 eine Bluetooth-Schnittstelle integriert. Zwischen TV und HW-F355 kann auch drahtlos kommuniziert werden, daher wohl auch der Name “Airtrack” für die Soundbar.

Verarbeitung/Design

Mit schwarz und unauffällig ist die Optik dieses 2.1-Systems hinreichend beschrieben. Für einen Hauch Wohnlichkeit sorgt die Stoffummantelung der Airtrack-Leiste, die aus leichtem Kunststoff gefertigt ist, aber nicht unsolide wirkt. Das Subwoofergehäuse ist dagegen einfach schwarz foliert und sehr dünnwandig. Das Anschlusskabel findet durch ein Loch den Weg ans Tageslicht. Zumindest eine Abdichtung mit Zugentlastung hätte man dem dünnen Kabel spendieren können. Die trompetenförmige Öffnung des Bassreflexrohrs auf der Vorderseite sieht interessant aus, und koppelt das Luftvolumen des Bassreflexrohrs homogener an als ein gerades Rohr. Das sorgt vielleicht auch für etwas mehr Wirkungsgrad des 10-Zentimeter-Basstöners. Dieser befindet sich offen sichtbar auf der Rückseite. Tipp: Es klingt besser, wenn der Woofer nach vorne schaut. Die Optik erscheint insgesamt gediegener als die etwas schlichte Verarbeitung.

Die HW-F355 mit Subwoofer

Durch das Slimline-Design ist die Samsung nur 5,8 cm hoch. So ragt die Leiste auch bei TV-Geräten mit kurzem Fuß nicht ins Bild. Mit einer Länge von 94,3 cm nimmt es der Soundriegel dennoch mit 42 Zoll-Bildschirmen auf. Der kompakte Subwoofer im Format eines DIN-A4-Ordners (15,5 x 30 x 28,5 Zentimeter), ließe sich sogar in ein Regal stellen.

Inbetriebnahme/Anschlüsse

Der passive Subwoofer muss mit dem beiliegenden Lautsprecherkabel mit dem Airtrack verbunden werden. Eine Funkverbindung ist bei diesem Preis nicht drin. Da der Subwoofer auch Sprachanteile überträgt, sollte er sowieso möglichst nahe am Airtrack aufgestellt werden, damit das Klangbild homogen bleibt. Nicht reichhaltig, aber ausreichend anschlussfreudig gibt sich die Samsung HW-F355 Soundbar. Highlight der Anschlüsse ist das erwähnte Bluetooth, das auch für Musik vom Smartphone genutzt werden kann. Falls das TV-Gerät kein Bluetooth hat, steht alternativ ein optischer Digitalanschluss (Toslink) zur Verfügung. Bei älteren TV-Geräten hilft ein analoger Aux-Eingang. Erwähnenswert ist noch der USB-Eingang, über den die Soundbar Musik vom Speicherstick abspielt. HDMI-Anschlüsse sucht man allerdings vergebens. Nachteilig wirkt sich das beim Bedienkomfort aus, man braucht zwei Fernbedienungen, wenn man Bluetooth nicht nutzt.

Die Inbetriebnahme als solche gelingt problemlos: Netzanschluss herstellen und die Soundbar einschalten. Ein fröhliches “Hello” begrüßt den User im vorderen Infofenster, das aktuelle Einstellungen gut sichtbar anzeigt. Um den Bluetooth-Kontakt zum TV-Gerät herzustellen, wählt man bei diesem als neues Gerät die Soundbar und bei dieser als Quelle “TV”. Die Verbindung ist in Sekundenschnelle aufgebaut. Die Soundbar merkt sich die Verbindung zum TV-Gerät, nicht jedoch zu anderen BT-Geräten. Hier muss eine gekappte Verbindung immer wieder neu eingerichtet werden. Die Grundfunktionen sind an der Soundbar über Sensortasten auch ohne Fernbedienung einzustellen.

Klangqualität

Das befreiende Gefühl beim Umschalten vom schmalen TV-Ton zur Soundbar stellt sich auch bei Samsungs kleinsten 2.1-System ein. Sofort wirkt das Klanggeschehen wesentlich vollmundiger und direkter. Besonders Filmmusik und Geräusche profitieren von dem nach unten erweitertem Frequenzspektrum. Eine richtig mächtige Basswiedergabe kann der kleine 10-Zentimeter-Subwoofer natürlich nicht leisten. Gezupfte Bässe bei klassischer Musik oder Jazz verleiht der Mini-Woofer noch eine gewisse Kontur. Aber die typischen tiefen elektronischen Basslinien im “Tatort” kann er nicht mehr ganz folgen. TV-Geräte bleiben solche Basslinien allerdings komplett schuldig.

Ein kurzer Quercheck mit der nächst größeren Samsung Soundbar HW-F450 zeigt den Unterschied: Die steigt wirklich in den Frequenzkeller und gibt auch Bässe markant wieder. Was aber auch Nachteile hat. Denn beim Punkt Sprachverständlichkeit ist die kleine HW-F355 der HW-F450 überlegen. Noch mehr Präsenz hatten Stimmen übrigens beim Flachbildton unseres Testfernsehgeräts Sony Bravia KDL-42W655. Über die Soundbar kommen Stimmen dunkler timbriert, hier fehlt eine Prise Hochton.

Der Subwoofer sorgt für dezente Bässe

Wer gern Musikvideos schaut, kommt über gehobene Zimmerlautstärke nicht hinaus. Soll die Mucke richtig abgehen, ist die größere HW-F450 die bessere Wahl.

Der normale TV-Konsument braucht diese Lautstärke nicht und könnte den dezenten Bass sogar als Vorteil sehen, zumal in kleinen Räumen. Der Subwoofer ist separat regelbar, was sich aber eher in Nuancen bemerkbar macht. Weitere Klangregelungen oder gar einen Equalizer gibt es leider nicht. Der Hersteller bietet stattdessen sechs Presets an, die auch in den größeren Modelle zu finden sind. Solche Klangmodi verringern oder verstärken bestimmte Frequenzen um einen speziellen Sound zu erzeugen. Drei davon sind erwähnenswert: “News” kappt den Bass und steigert so die Sprachverständlichkeit. “Cinema” mischt etwas Hall bei und forciert Geräusche und Sprache, was den Sound eines Kinosaals simulieren soll. “Sports” erzeugt Stadionatmosphäre durch kräftigen Nachhall, von dem allerdings auch die Stimme des Kommentators erfasst wird. Das wirkt etwas surreal.

Neben diesen Klangeffekten steht noch Virtual Surround zur Verfügung, und zwar in den Varianten “Musik” und “Movie”. Der Sound wird dadurch tatsächlich etwas räumlicher und intensiver, teils aber auch indirekter. Action-Filme können dadurch gewinnen, Dialoge verlieren teilweise etwas an Verständlichkeit.

Wenn ihr auch die höheren Klang-Weihen versagt bleiben, als Aufwertung des dünnen Fernsehtons macht die Samsung HW-F355 einen guten Job. Wer einfach nur will, dass sein Flachbild-TV genauso gut klingt, wie seinerzeit die besten Stereo-Röhrenfernsehgeräte, liegt hier richtig.

Die HW-F355 in Betrieb

Weitere Funktionen

Es muss nicht immer Fernsehen sein, Musik vom USB-Stick nimmt die Soundbar in sechs Formaten entgegen: MP3, WMA, AAC, WAV, OGG und FLAC. Festplatten lassen sich aber nicht anschließen. Da der USB-Anschluss auf der Rückseite liegt, legt Samsung praktischerweise einen Winkelstecker und ein kleines USB-Verlängerungskabel bei.

Die Fernbedienung mit über 30 Knöpfen steuert auch die Grundfunktionen von Samsung TV-Geräten, sofern Bluetooth genutzt wird. Die Funktion “Anynet” zur Kontrolle weitere Samsung-Geräte, wurde bei der HW-F355 eingespart. Die Taste auf der Fernbedienung ist zwar vorhanden, aber ohne Funktion und Beschriftung.

Wie die großen Soundbars verfügt auch Samsungs kleinstes 2.1-Modell über Features wie einen Nachtmodus und “Smart Volume”, das drastische Lautstärkeschwankungen, beispielsweise beim Start des Werbeblocks oder beim Senderwechsel etwas reduziert.

Im Lieferumfang sind Halterungen zur Wandfixierung, Batterien und eine mehrsprachige Bedienungsanleitungen enthalten, die Installation und Bedienung gut verständlich erklärt.

Unser Testfazit

Samsungs Soundbar HW-F355 erledigt die wichtigsten Aufgaben recht gut: Sie liefert einen angenehmen und vollmundigen Ton für den TV-Alltag. Extreme Bässe, allerfeinsten Hi-Fi-Klang oder gigantische Lautstärkepegel darf man aber nicht erwarten. Dank Bluetooth und USB lässt sie sich auch unkompliziert als Musikanlage nutzen. Für den Preis von circa 110 Euro ist die Ausstattung sehr gut, das Preis-Leistungsverhältnis exzellent.

(327 Rezensionen)

POSITIV

  • + Inbetriebnahme und Bedienung einfach und problemlos
  • + sehr günstiger Preis
  • + Durch Bluetooth und USB auch als Musikanlage nutzbar
  • + Drahtlose Verbindung zum TV-Gerät möglich

Negativ

  • - Bässe und Höhen etwas schwach
  • - kein echtes Surround-Feeling auf

Preisvergleich

Endnote 2,3 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    2.5
     
  • Klangqualität
    2.5
     
  • Installation/Anschlüsse
    1.5
     
  • Bedienung
    2.5
     
  • Weitere Funktionen
    1.5
     
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