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Samsung HW-F450 Testbericht

Matthias, 18. Januar 2015
Endnote 1,9 Gut
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Mit Klavierlack-Optik und Bluetooth-Subwoofer fügt sich diese 2.1-Soundbar kabelfrei in jede Wohnlandschaft. Zahlreiche Features und ein Straßenpreis von 130 Euro locken. Aber stimmt auch der Klang?

(283 Rezensionen)

POSITIV

  • + einfache Inbetriebnahme und Bedienung
  • + sehr günstiger Preis
  • + als Musikanlage nutzbar mit USB und Bluetooth
  • + farbiger, satter Sound
  • + kabellose Bluetoothverbindung zum TV

Negativ

  •  - Sprachverständlichkeit in den Standardeinstellungen nicht immer optimal

Über 30 TV-Soundsysteme bietet Samsung an. Die Soundbar HW-F450 entstammt dem unteren Drittel der Produkt-Riege, klotzt dennoch mit der Technologie der teureren Modelle. So wird ein metergroßes Paket von zehn Kilo an die Haustür geliefert, auf dem auch schon verheißungsvolle Schlüsselwörter prangen: Surround Air Track, Soundshare, 3D Sound, Wireless Subwoofer, 280 Watt. Diese Soundbar will offensichtlich mehr als nur den Ton von Flachbildfernsehern aufpeppen. Noch interessanter dürfte der kabellose Bluetooth-Kontakt zu TV-Gerät wie Subwoofer sein.

Verarbeitung/Design

Die von Samsung wegen drahtloser Übertragung “Airtrack” genannte Soundleiste präsentiert sich als Designerstück in Klavierlackoptik. Optik bedeutet in diesem Fall hochglänzender Kunststoff. Damit ist Soundleiste frontal verblendet, Ober- wie Unterseite sind mattschwarz gehalten, unterbrochen von kleinen Lüftungsgittern für die Elektronik.

Das Design der Samsung FW450 Soundbar

Technik-Flair verbreiten die sechs Lautsprecher, die frontal frei sichtbar eingelassen sind. Auf jeder Stereoseite zwei 5 cm-Mitteltöner und ein winziger Hochtöner. Auch der Subwoofer erhielt den schwarzen Look aus Glanz und Gitter. Mit seinem 13 cm-Woofer bringt er 5,4 Kilogramm auf die Waage. Für Kunststoff wirkt seine Anfassqualität durchaus solide, wenn auch nicht wirklich massiv. Am Boden stehend erscheint der schwarze Quader mit den Maßen von 29,5 x 36 x 17,8 cm (B x H x T) relativ unauffällig. Wer die Klangleiste einfach vor das TV-Gerät stellen möchte, sollte die Höhen beachten. Bei Geräten mit sehr kurzem Fuß ragt das 7,4 cm hohe Airtrack bereits ins Bild. Seine Länge von 90,6 cm passt ideal zu 40 und 42 Zoll-Bildschirmen.

Inbetriebnahme/Anschlüsse

Bei komplexen Geräten fürs Home Entertainment fürchtet man einen Abend voll mit Installations-Chaos. Doch bei der Airtrack dauert die Inbetriebnahme nicht mehr als fünf Minuten. Am TV-Gerät einfach ein neue Bluetooth-Verbindung wählen und am Samsung Airtrack im TV-Modus zwei Schritte durchlaufen – fertig. Den einmal gefundenen Bluetoothkontakt zum TV-Gerät speichert Airtrack, nicht jedoch den von anderen BT-Geräten wie Tablet oder Smartphone. Hier müssen gekappte Verbindungen neu eingerichtet werden.

Daneben verfügt die Soundbar über eine Menge weiterer Kontaktmöglichkeiten. Beispielsweise zwei HDMI-Anschlüsse (IN/OUT), einer davon als ARC-Version, also mit Tonrückkanal, zum Beispiel für AV-Receiver oder zur Steuerung anderer Samsung-Geräte (Anynet). Alternativ findet der Ton über ein optisches Digitalkabel (Toslink) zur Airtrack. Ein analoger Aux-Eingang stellt die Verbindung zu älteren Fernsehern über.

Unter den Bedienelementen befindet sich ein USB-Eingang

Auf der rechten Seite sitzt außen ein USB-Eingang für Musik vom USB-Stick. Gleich daneben erfühlt man auf der Rückseite kleine Tasten für Quellenwahl und Lautstärke. Funktionen, die hier direkt, statt per Fernbedienung einstellbar sind. Damit man sieht, was man tut, informiert ein kleiner Monitor mit Punkt-Matrix-Schrift in der Mitte der Frontseite über die aktuelle Einstellung. Längere Informationen stellt das kleine Fenster als Laufschrift dar.

Neben Bluetooth haben wir auch die Kabelverbindungen getestet. Der Anschluss des Test-TV-Geräts Sony Bravia KDL-42W655 mit einem optischen Digitalkabel (Toslink) klappte prompt. Per HDMI-Kabel war die Soundbar jedoch nicht zum Leben zu erwecken, obwohl Sony wie Samsung über HDMI (ARC) verfügen. Das Rätsel war auch per Hotline nicht zu lösen, möglicherweise liegt es an unterschiedlichen CEC-Standards. Doch der optische Digitalanschluss ist HDMI ja klanglich ebenbürtig, sendet jedoch keinen Einschaltimpuls. Die Soundbar muss dann per eigener Fernbedienung eingeschaltet werden, man braucht also zwei Fernbedienungen.

Den Subwoofer konnektiert die HW-F450 so ganz nebenbei, einige Sekunden nach dem Einschalten steht die Verbindung nach einigen Sekunden automatisch. Am Subwoofer wechselt dann eine LED von Rot nach Blau.

Klangqualität

Das Umschalten vom TV-Gerät zur Soundbar hat drastische Wirkung. Vor allem die Fülle in den unteren Klangetagen verblüfft – zum Glück nicht mit Dröhnen. Zunächst mit neutraler Einstellung betrieben, klingt Marietta Slomka vom ZDF heute-journal etwas männlich-sonor. Reduziert man den Subwoofer, der von – 6 bis + 6 regelbar ist, auf -3, tönt die Nachrichtenfrau viel weiblicher. Bei Stufe – 6 steigt die Sprachverständlichkeit weiter an, der Bass ist dann deutlich leiser. Besonders beeindruckt die Soundbar bei Filmmusik. Gehobene Serienkrimis wie “Tatort” glänzen oft durch komplexe Soundtracks mit tiefreichende Basslinien oder Synthie-Bässen. Hier macht der substanzielle Bass der Samsung HW-F450 eine gute Figur. Filmmusik, Geräusche und Soundkulissen von Actionfilmen wie “Mission Impossible” machen richtig Spaß. Ein wahrer Klang-Turbo, der im Vergleich zum TV-Gerät fast schon Kino-Feeling erzeugt.

Ein Nachteil der Samsung ist allerdings die Sprachverständlichkeit. Bisweilen wirken Dialoge oder Diskussionen etwas belegt und eigentümlich unklar. Grund dafür dürfte die vertikale Anordnung der vielen Lautsprecher sein. Das führt zu sogenannten Interferenzen, also ortsabhängigen Frequenzauslöschungen. In der Mitte des TV-Sofas klingt Sprache eher matt und belegt, auf den Plätzen rechts und links daneben präsenter, aber auch nicht richtig frei. Beim Quercheck mit der kleineren Samsung Soundbar HW-F355 trat dieser Effekt dort deutlich geringer auf. Dem Durchschnittshörer wird das nicht sofort auffallen, anspruchsvollen Hi-Fi-Hörern aber schon.

Um den Gesamtklang zu modifizieren bietet der Hersteller sogenannte Presets an. Klangmodi, die bestimmte Frequenzen verändern, um einen Klangeffekt zu erzeugen. Drei der sechs Presets sind erwähnenswert. “News” reduziert Bass und steigert so die Sprachverständlichkeit, klingt aber etwas kehlig-nasal. “Cinema” simuliert den Sound eines Kinosaals durch etwas Hall. “Sports” erzeugt Stadionatmosphäre durch kräftigen Nachhall. Vordefinierte Soundeffekte sind praktische für Einsteiger – für technisch versierte Hörer wäre aber ein Equalizer besser.

Stolz ist Samsung auf seinen “Virtual Surround”-Modus, mit den Varianten “Music” und “Cinema”. Die Soundbar strahlt dann mehr zur Seite ab und nutzt die Wände zur Reflexion, greift aber auch wie ein Preset in Frequenzen ein. Mit “Cinema” wirkt der Klang so tatsächlich weiträumiger und irgendwie intensiver. Passend für Action- oder Science-Fiction-Filme, da scheppert es kräftiger. Dialoge werden dadurch nicht unbedingt verständlicher. Man ertappt sich dabei, öfter mal mit den Klangmodi herumzuspielen. Zuletzt landet man wieder in der Neutralstellung mit leicht reduziertem Subwoofer. Lässt man das Sprach- und Dialogproblem mal außen vor, passt der farbige, tiefreichende Klang von Samsungs Soundbar HW-F450 gut zum HD-Fernsehen.

Die Fernbedienung ist etwas verwirrend gestaltet

Weitere Funktionen

Die Fernbedienung verwirrt anfangs mit über 30 Tasten, etwa die Hälfte davon steuern direkt die Soundbar. Der Rest widmet sich weiteren Funktion beziehungsweise Samsung-Geräten, die über die Taste “Anynet+” erreichbar sind. Darunter Samsung-Camcorder oder Blu-ray-Player, deren Grundfunktionen dann der Fernbedienung steuerbar sind. Ähnliches gilt für “Soundshare” in Verbindung mit Bluetooth. Gleichzeitiges Einschalten von TV und Soundbar erledigt eine Fernbedienung, wie auch die Regelung der Lautstärke. Samsung garantiert das aber nur für ausgewählte eigene Produkte.

Weiter auf der Ausstattungsliste stehen der Nachtmodus (DRC) und das klanglich ähnliche “Smart Volume” das drastische Lautstärkeschwankungen vermindert, sowie ein bis 300 ms regelbares Delay für Lippensynchronizität.

Daneben macht sich die Soundbar als Musikanlage für die Party nützlich. Sounddaten nimmt sie per Bluetooth, Aux-Anschluss oder vom USB-Stick entgegen, der neben MP3 auch die Formate WAV, WMA, AAC, OGG, FLAC anliefern darf.

Testfazit

Samsungs Soundbar HW-F450 erweitert den typischen Klang eines Flachbild-TVs nicht nur, ihr farbiger, musikalischer Klang liefert HD-Ton zum HD-Bild, auch im Bassbereich. Nur Puristen, die auf höchste Sprachverständlichkeit Wert legen, werden hier nicht 100prozentig glücklich. Sie müssen an den Klangeinstellungen nachbessern. Die Bluetooth-Technik spart Kabelsalat. Für rund 130 Euro ein sehr faires Angebot.

(283 Rezensionen)

POSITIV

  • + einfache Inbetriebnahme und Bedienung
  • + sehr günstiger Preis
  • + als Musikanlage nutzbar mit USB und Bluetooth
  • + farbiger, satter Sound
  • + kabellose Bluetoothverbindung zum TV

Negativ

  •  - Sprachverständlichkeit in den Standardeinstellungen nicht immer optimal

Preisvergleich

Endnote 1,9 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Design/Verarbeitung
    1.5
     
  • Klangqualität
    2.3
     
  • Installation/Anschlüsse
    1.5
     
  • Bedienung
    2.5
     
  • Weitere Funktionen
    1.5
     
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