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Sonos Playbar Testbericht

Matthias, 17. Mai 2015
Endnote 1,8 Gut
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Der exklusive TV-Lautsprecher von Sonos ist Teil eines drahtlosen Heimnetzwerks und lässt sich über das Smartphone steuern. Der Test zeigt, ob die Bedienung auch Einsteigern gelingt – und, ob der Klang den hohen Preis rechtfertigt.

(209 Rezensionen)

POSITIV

  • - drahtloser Bedienkomfort
  • - zu einer kompletten Heimnetzwerk-Lösung ausbaubar
  • - souveräner Klang

Negativ

  • - nicht als Stand-alone-Lautsprecher geeignet
  • - hoher Preis

Der kalifornische Hersteller Sonos gehört zu den Pionieren beim drahtlosen Home Entertainment. Die Grundidee ist, in jedem Raum einen Lautsprecher aufzustellen, der drahtlos an ein Heimnetzwerk angebunden ist. Über eine an den WLAN-Router angeschlossene Bridge wird die Musik an alle angeschlossenen Lautsprecher gestreamt. Die Audiosignale kommen dabei aus ganz unterschiedlichen Quellen wie beispielsweise Internet-Radio, Musikplayer oder Mobilgerät. Statt in jedem Raum eine eigene Musikanlage aufbauen zu müssen, genügt jeweils ein Lautsprecher. Zudem kann man über eine zentrale “Controller App” ganz unterschiedliche Musikprogramme in den verschiedenen Räumen laufen lassen.

Die Playbar ist eine Variante der Sonos-Lautsprecher. Als Teil des Wireless-Netzwerks kann sie nicht für den TV-Ton wiedergeben, sondern auch alle anderen Musikquellen, die ans Sonos-Netzwerk angeschlossen sind. Nur der Fernseher findet nicht drahtlos, sondern über das beigelegte optische Kabel Anschluss an die Playbar.

Darüber hinaus verspricht Sonos auch exzellenten Klang. Laut Hersteller ist die Playbar “die einzige Soundbar, die herausragenden Hi-Fi-Klang für ihren Fernseher bietet”. Ein vollmundiges Versprechen, das zusammen mit dem einzigartigen Konzept und dem satten Preis von 699 Euro (inklusive Bridge) für hohe Erwartungen sorgt.

Das Design der Playbar

Verarbeitung/Design

Beim Design setzt Sonos auf dezente, sachliche Eleganz. Das Kunststoffgehäuse ist Pulvergrau und oben und an der Vorderseite mit schwarzem Stoff überzogen. Mit Abmessungen von 900 x 85 × 140 Millimetern ist die Playbar auch für große TV-Geräte lang genug.

Der mit 5,4 Kilo relativ schwere Aktivlautsprecher benötigt eine stabile Unterlage. Im Inneren arbeiten insgesamt neun Verstärker, die sechs jeweils paarweise angeordnete Mitteltöner und drei Hochtöner antreiben. Zwei Hochtöner sind an den Ecken platziert und strahlen dabei abgewinkelt zur Seite und nach oben ab. Das soll das Klangbild verbreitern.

Inbetriebnahme/Anschlüsse

Den Netzwerk-orientierten Ansatz von Sonos bekommt man auch bei der Inbetriebnahme der Playbar zu spüren. Schnell mal Netzstecker rein, TV-Gerät anschließen und Sound genießen, so schnell geht es bei der Playbar nicht. Zunächst muss man die eingangs erwähnte Bridge via Ethernet-Kabel an den Router anschließen. Sonos legt ein flaches Ethernet-Kabel bei, das sich auch gut unter dem Teppich verlegen lässt.

Als nächstes muss man sich eine App auf Smartphone oder Tablet holen. Die “Sonos Controller App” unterstützt sowohl Apples iOS als auch Android-Geräte. Nach Installation und Start der App sind weitere Schritte nötig. Im Setup muss der Anwender sich registrieren und eine Aktualisierung für die App herunterladen. Erst dann folgt die eigentliche Installationsprozedur. In der App fügt man die Playbar als Sonos-Komponente hinzu und verbindet die vorhandene Fernbedienung des Fernsehers mit der Playbar.

Wenn die Fernbedienung identifiziert ist, wird der TV-Ton abgeschaltet und nur über die Playbar wiedergegeben. Die ganze Prozedur funktioniert im Test problemlos und dürfte nach spätestens einer halben Stunde abgeschlossen sein.

Das am drahtlosen Multimedia-Netzwerk orientierte Konzept zeigt sich auch an den Anschlüssen. Da gibt es gerade mal einen optischen Anschluss und zwei Ethernet-Buchsen. Die bei anderen Soundbars üblichen Anschlüsse für Analog-Audio oder HDMI gibt es hier nicht. Sie sind auch nicht nötig, da die Playbar ihre Audiosignale drahtlos empfängt, wenn man einmal von der optischen Verbindung zum TV-Gerät absieht.

An der rechten Seite befinden sich zwei kleine Tasten, eine für Mute, eine für die Lautstärkeregulierung. Diese Tasten benötigt man aber fast nie, da man ja in aller Regel mit Fernbedienung oder Smartphone arbeitet.

Optional ist ein Subwoofer erhältlich, der ebenfalls 699 Euro kostet. Für echten Surround-Sound bietet Sonos weitere Lautsprecher aus der Play-Serie, zu Stückpreisen zwischen 199 und 399 Euro. Das Sonos-System ist also nicht ganz billig. Wer die Playbar mit einem Subwoofer und zwei Play:3-Lautsprechern zu einem echten Surround-System aufrüstet, muss insgesamt 2196 Euro berappen. Dafür kriegt man auch echten Surround und keinen klangmanipulierten Virtual Surround.

Angesichts des hohen Preisniveaus hätte man sich aber gewünscht, dass der Hersteller ein etwas hochwertigeres optisches Kabel für die Verbindung mit dem Fernseher spendiert, das beiliegende Kabel ist zwar in Ordnung, aber billige Standardware.

Die Bedienelemente an der Seite

Bedienung

Das Bedienkonzept der Sonos Playbar ist ein gutes Beispiel für einen aktuellen Trend bei Home-Entertainment-Geräten. Früher hatten Fernseher viele Regler, Knöpfe und Tasten, an denen der Nutzer alle Funktionen einstellte. Dann kam die Fernbedienung, alle Bedienelemente waren doppelt vorhanden, auf dem Fernseher und auf der Fernbedienung.

Mit dem Siegeszug der Fernbedienung wurde die Zahl der Knöpfe und Tasten auf dem TV-Gerät immer mehr reduziert, bis im Laufe der Jahre nur noch der Einschaltknopf, sowie Tasten für Programmwahl und Lautstärke übrigblieben. Seit ein oder zwei Jahren beginnen Tablets und Smartphones die Fernbedienung abzulösen. Fernseher und Musikanlagen werden jetzt über Apps konfiguriert und gesteuert.

Für Menschen, die nicht ständig online sind und weder über Smartphone noch über Tablet verfügen, ist die Playbar daher nicht geeignet. Denn ohne ein Mobilgerät mit App lässt sich die Playbar nicht in Gang bringen.

Für Hightech-Fans, die ständig online sind und den Umgang mit Apps gewohnt sind, ist die Bedienung der Playbar via Mobilgerät sehr einfach.

Allerdings ist es lästig, die Lautstärke am winzigen Schieberegler in der Smartphone-App einstellen zu müssen. Deshalb lässt sich die Lautstärke wie bereits erwähnt auch über die konventionelle TV-Fernbedienung regeln. Der TV-Ton ist dann automatisch abgeschaltet. Eine sehr praktische Lösung. Auch hier gibt es einen kleinen Haken. Zumindest am Anfang des Fernsehabends müssen WLAN-Router und Bridge aktiviert sein, damit sich die Fernbedienung mit der Playbar verbinden kann. Sind Bridge, WLAN-Router und Mobilgerät anfangs nicht aktiviert, verbindet sich auch die Fernbedienung nicht mit der Playbar. WLAN-Router und Bridge sollten auch deshalb aktiviert bleiben, weil die Befehle aus dem Smartphone-App nicht direkt an den Lautsprecher gehen, sondern den Umweg über die Bridge nehmen.

Hat man sich auf diese kleinen Tücken eingestellt, ist die Bedienung der Soundbar kein Problem.

Weitere Funktionen wie etwa die Einstellung von Höhen und Tiefen oder der Wechsel der Musikquelle stehen nur in der App zur Verfügung. Deshalb sollte das Smartphone oder Tablet beim Fernsehen zumindest griffbereit in der Nähe liegen.

Die Playbar im Einsatz

Klangqualität

Kein Zweifel: Die Sonos Playbar bewegt sich auch in Sachen Klang auf hohem Niveau. Die Sprachverständlichkeit ist gut, wenn auch nicht entscheidend besser als die aus dem TV-Gerät. Sie wird etwas besser, wenn man im Equalizer die Höhen leicht anhebt.

Auch Musik macht mit der Sonos Spaß. Sie eröffnet eine weite Bühne, und produziert einen vollen, druckvollen Sound, der tendenziell warm timbriert ist. Besonders bei der Wiedergabe von Musik mit akustischen Instrumenten gefällt sie durch einen natürlichen und ausgeglichenen Klang. Klassisches Hi-Fi könnte man sagen. Dabei fehlt es der Playbar keineswegs an Power. Auch einen Live-Auftritt von AC/DC von deren Konzert-DVD “Stiff upper Lip” pustet sie mit Schmackes in den Raum.

Sehr feinsinnige Hörer werden aber bemängeln, dass es der Playbar dabei ein wenig an Luftigkeit, Präzision und Frische fehlt. Das wird gerade bei der Wiedergabe eines Konzerts von Kraftwerk auf der DVD “Minimum Maximum” deutlich. Der glasklare Sound der Elektronik-Pioniere kommt da eine Spur zu weich und behäbig rüber. Gemessen am Preis von 699 Euro ist das dann doch eine leise Enttäuschung.

Wer auf analytischen, neutralen und luftigen Klang steht, wird mit der Playbar nicht ganz glücklich. Hier würde sich die vergleichsweise kühl und präzise klingende HW-F551 von Samsung als Alternative empfehlen.

Im Gegensatz zu fast allen anderen Soundbars verzichtet Sonos auf voreingestellte Klangszenarien oder Presets. Möglicherweise sind die Entwickler so überzeugt vom großartigen Klang ihres Produkts, dass sie solche Effekte für überflüssig halten. Ganz schön selbstbewusst. Zumindest ein Klang-Preset, das die Sprachverständlichkeit bei Talkshows oder Nachrichten optimiert, hätte nicht an der Hi-Fi-Ehre des Herstellers gekratzt. Wünschenswert wäre auch ein speicherbares, persönliches Soundprofil, so könnten beispielsweise Musik-Fans sich ein bevorzugtes Soundprofil speichern und dann direkt abrufen. Vielleicht werden solche Features ja in einem Update der “Sonos Controller App” nachgeliefert.

Weitere Funktionen

Anwender, die mehr wollen als nur guten TV-Klang, holen sich die Extra-Funktionen aus der “Sonos Controller App”. So könnte man beispielsweise Web-Radiostationen über WLAN-Router und die Sonos-Bridge auf den Lautsprecher streamen oder Musik vom Medienserver abspielen. Auch Musik, die auf dem Smartphone oder Tablet-PC gespeichert ist, lässt sich wiedergeben.

Denn bei Soundbars üblichen Virtual-Surround-Modus gibt es bei Sonos nicht. Dazu muss man sich weitere Lautsprecher aus dem Sonos-Sortiment anschaffen und diese über die App ins Netzwerk einbinden.

Testfazit

Die Sonos Playbar ist Teil eines interessanten Konzepts, bei dem viele Komponenten, Musikquellen und Lautsprecher drahtlos miteinander verbunden sind. Menschen, die den Umgang mit Smartphones oder Tablet gewohnt sind, werden das innovative Bedienkonzept über eine App schätzen. Als Hi-Fi-Lautsprecher bietet sie eine souveräne, aber nicht überragende Leistung.

(209 Rezensionen)

POSITIV

  • - drahtloser Bedienkomfort
  • - zu einer kompletten Heimnetzwerk-Lösung ausbaubar
  • - souveräner Klang

Negativ

  • - nicht als Stand-alone-Lautsprecher geeignet
  • - hoher Preis

Preisvergleich

Endnote 1,8 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Design/Verarbeitung
    1.5
     
  • Klangqualität
    1.8
     
  • Installation/Anschlüsse
    2.0
     
  • Bedienung
    2.0
     
  • Weitere Funktionen
    1.5
     
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