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Sony HT-CT260H Testbericht

Matthias, 10. Dezember 2014
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Die Soundbar von Sony demonstriert mit auffälligem Design, großem Display und vielen Tasten auf der Fernbedienung ihren technischen Anspruch. Der Test zeigt, ob der Klang mit einer guten Hi-Fi Anlage mithalten kann und was die vielen Funktionen bringen.

(49 Rezensionen)

POSITIV

  • + kraftvoller Sound
  • + flexibel einsetzbar durch viele Anschlussmöglichkeiten
  • + detailreicher Klang
  • + gute Sprachverständlichkeit

Negativ

  • - sehr großes Subwoofer
  • - auffällige, hohe Bauform des Gehäuses
  • - leises Knacksen bei Schaltvorgängen

Die Sony HT-CT260H zählt zu den Soundbars, die mehr wollen, als nur dem dünnen TV-Klang auf die Sprünge helfen. Sie erlaubt den Anschluss von Mobilgeräten, bietet Bluetooth-Schnittstelle und einen mächtigen Subwoofer. Insgesamt 300 Watt Musikleistung stehen auf dem Datenblatt, davon zweimal 85 Watt für die eigentliche Soundbar und 130 Watt für den Tieftöner. Mehr als genug also, um auch größere Räume mit Sound zu versorgen. Sonys offizieller Preis liegt bei 279 Euro, in Onlineshops gibt es die das “Home Theatre System” für 222 Euro. Der Name Sony weckt immer noch hohe Erwartungen, deshalb waren wir gespannt, ob sich die Anschaffung wirklich lohnt.

Verarbeitung/Design

Die Sony gehört nicht zu den Produkten, die sich schüchtern unter den Fernseher ducken. Mit Abmessungen von 940 x 102 x 89 ist sie ziemlich lang und vor allem ziemlich hoch. Der 6,3 Kilo schwere Subwoofer gehört mit 271 x 390 x 271 ebenfalls zu den größeren Modellen.

Das schicke Design der Sony HT-CT260H

Nimmt man noch das auffallende sechseckige Gehäuse mit dem großen Display hinzu, das an drei Seiten mit einem schimmernd anthrazitfarbenen Stoff überzogen ist, so erhält man schnell den Eindruck, dass es bei dieses Soundbar nicht um dezente Unterstützung des TV-Klangs geht, sondern fast schon um eine eigenständige Musikanlage, ein “Home Theatre System” eben. Immerhin bietet die Sony damit eine interessante Alternative zur Riege der dezenten und unauffälligen Soundbars.

Das gilt in gewisser Weise auch für die Fernbedienung. Das schwarze Kunststoffgehäuse mit den vielen aber gut sortierten Knöpfen, hat auf der Unterseite relativ große Standfüße, mit denen die Fernbedienung nicht so leicht unter der Fernsehzeitschrift verschwindet.

Die Verarbeitung der HT-CT260H ist in Ordnung, aber das etwas dünne Kunststoffgehäuse und die Stoffabdeckung auf dem Subwoofer wirken angesichts der gebotenen Technik etwas billig. Schlimm ist das nicht, schließlich trägt man die fast ein Meter lange Soundbar ja nicht mit sich herum, und für ein Hightech-Gerät ist die originelle Formgebung passend.

Inbetriebnahme/Anschlüsse

Problemlos und fix läuft die Inbetriebnahme der HT-CT260H. Der drahtlos angeschlossene Subwoofer verbindet sich binnen Sekunden mit der Soundbar. Für den Anschluss an den Fernseher benutzt man entweder das beiliegende optische Kabel oder ein hoffentlich vorhandenes HDMI-Kabel. Das verbindet man den Anschluss HDMI TV out auf der Soundbar mit dem HDMI-in-Anschluss auf dem TV-Gerät. Sind das HDMI-Kabel und Fernseher audiorückkanalfähig, erkennbar am Schriftzug ARC (Audio Return Channel), genügt eine Fernbedienung, um beide Geräte zu bedienen, der Anschluss eines weiteren optischen Kabels zur Übertragung des Tons ist nicht nötig. Sony zeigt sich ebenso wie die Mitbewerber knauserig und legt kein HDMI-Kabel bei.

Neben HDMI und optischem Anschluss ist auch ein analoger Audioeingang (3,5 Millimeter Klinke) vorhanden. An den lässt sich beispielsweise ein MP3-Player anschließen. Dazu verbindet man den Kopfhörerausgang des Players mit dem Audioeingang. Noch vielseitiger wird die HT-CT260H von Sony durch die Bluetooth-Schnittstelle für die Verbindung zu Smartphones oder Tabletts.

Die mitgelieferte Fernbedienung

Bedienung

Am Bedienkonzept der Sony gibt es nur wenig auszusetzen. Das Display in der Mitte der Soundbar ist schön groß, es kann also nicht nur kryptische Abkürzungen, sondern ganze Wörter anzeigen, zudem lässt sich das Display abschalten, so dass man sich ganz auf das Fernsehbild konzentrieren kann. Auf der Vorderseite der Soundbar finden sich nur die allerwichtigsten Tasten zum Ein- und Ausschalten, Wahl der Eingangsquelle sowie Regeln der Lautstärke. Diese Tasten sind ohnehin selten benutzt, denn alle Funktionen werden natürlich über die Fernbedienung geregelt. Die insgesamt 35 Tasten, Knöpfe und Wippschalter darauf sind übersichtlich und logisch angeordnet, so dass man sofort weiß, wo man drücken muss.

Die voreingestellten Klangeffekte sind jeweils direkt mit einer Taste abrufbar. Bei anderen Geräten, beispielsweise der Samsung HW-F551, muss der Anwender sich erst durch eine Liste von Effekten klicken, bis der richtige auftaucht. Nicht so bei der Sony, hier kann man beispielsweise über die Taste “STD” einen gewählten Klangeffekt deaktivieren und wieder auf Standardwiedergabe schalten. Das Umschalten zwischen den einzelnen Presets geht schnell und flüssig, anders als bei Samsung HW-F551, muss man nach dem Umschalten nicht erst ein oder zwei Sekunden warten, bis der Ton wieder kommt.

Ganz wie man es von Sony gewohnt ist, verleugnet die Fernbedienung nicht, dass es sich um ein Technik-Produkt handelt, das nun mal nicht ganz unkompliziert sein kann. Ein bisschen hakelig wird es nämlich, wenn man die weiteren Einstellungen im “AMP Menü” anwählt. Hier kann man Bässe und Höhen verstellen, den Pegel des Subwoofer ändern oder die HDMI-Schnittstelle konfigurieren. Diese zugegebenermaßen selten benötigten Einstellungen, nimmt man durch abwechselndes Betätigen von Pfeiltasten und der runden Eingabetaste vor. Das ist zwar logisch strukturiert, aber auch etwas mühsam für den Anwender.

Die Freude an der logisch aufgebauten Bedienung wird außerdem etwas dadurch getrübt, dass bei vielen Schaltvorgängen ein feines elektrisches Knacksen hörbar wird. Das ist nicht so deutlich hörbar wie etwa beim Blaupunkt LS162e. Sitzt man nahe am Fernseher, hört man aber das feine Knacksen durchaus. Sitzt man etwas weiter weg und hat den Ton lauter aufgedreht, stört es aber nicht mehr.

Die Unterseite des Subwoofers

Klangqualität

Wie bei allen Soundbars löst auch bei der Sony das Umschalten vom TV-Ton auf Soundbar spontan Wohlbehagen aus. Auf einen Schlag wird der Ton voller, differenzierter, detailreicher. Und zwar ohne, dass die Sprachverständlichkeit darunter leidet. Auch ohne Zuschaltung von Klangeffekten liefert die HT-CT260H das, was man sich unter Hi-Fi-Klang vorstellt: Satten Sound, klare Höhen, Feinzeichnung und Luftigkeit.

Der große Subwoofer schafft ein mächtiges Bassfundament und hilft somit eine große Bühne aufzubauen. Allerdings produziert er nicht gerade einen knochentrockenen präzisen Bass, sondern eher einen dunklen, weichen Klangteppich, der Mitten und Höhen abfedert.

Insgesamt bietet das Home Theatre System von Sony einen Hi-Fi-tauglichen Sound, der neben dem guten Bassfundament auch durch Feinzeichnung und Präzision überzeugt. Davon überzeugen kann man sich beispielsweise mit der Konzert-DVD von Loreena McKennitt “Nights from the Alhambra”. Die vielen unterschiedlichen Instrumente der Band werden bei der Sony nicht in einem Klangbrei vermischt, sondern deutlich getrennt und – soweit dies bei einer Soundbar möglich ist – im Raum positioniert. Auch die hohe Stimme McKennitts kommt schön klar, aber nicht schneidend oder scharf.

Mit einer anspruchsvollen Hi-Fi-Anlage kann die Sony HT-CT260H nicht ganz mithalten. Das spürt man, wenn man auf die Mitteltöne achtet. Die sind bei der Sony letztlich nicht präsent genug. Richtig gute Hi-Fi-Anlagen beherrschen den Spagat zwischen tiefem, knochentrockenem Bass, warmen natürlichen Mitten und klaren, schwebenden Höhen. Für die Sony ist dieser Spagat dann doch zu groß.

Doch gemessen an Einsatzzweck und Preis der Anlage verdient sich der Klang auf jeden Fall das Zeugnis Hi-Fi-tauglich.

Die 2.1.-Soundbar bietet auch einen Surround-Modus, den Sony mit der beeindruckenden Bezeichnung “S-Force PRO Front Surround” versieht. Auf der Fernbedienung finden sich entsprechende Klangszenarien im Bereich “Sound Field”. Der Wow-Effekt hält sich aber in engen Grenzen. Von realem Raumklang, wie er durch ein Ensemble von verschiedenen im Raum verteilten Lautsprechern erzeugt wird, ist dieser Surround-Sound doch weit entfernt.

Auch ohne den Surround-Aspekt machen die Klangeffekte nur noch subtile Unterschiede zur Standard-Einstellung. Für die Wiedergabe von Konzert-DVDs ist tatsächlich die Einstellung “Music” am günstigsten. Interessanterweise findet sich auf der Fernbedienung auch eine Klangeinstellung für angeschlossene “tragbare Musikplayer”. Die bringt aber keinen wirklich hörbaren Klanggewinn.

Die Seite der Sony HT-CT260H

Weitere Funktionen

Käufer von Sony-Produkten sind es gewohnt, dass der japanische Hersteller eine Menge Funktionen in die Produkte einbaut. Das ist auch bei der HT-CT260H nicht anders. Im Menü “AMP” gelangt man zu diesen Features, die sich aber doch auf das Nötige und Sinnvolle beschränken. Irgendwelche technischen Leckerbissen oder exotischen Extra-Features finden sich hier nicht. Letztlich geht es immer darum, Schnittstellen zu konfigurieren, die Lautstärke des Subwoofer oder Höhen und Bässe einzustellen, den Klangeindruck bei niedriger Lautstärke zu verbessern oder die Tonausgabe um ein paar Millisekunden zu verzögern, falls das TV-Bild nicht ganz synchron ist.

Neben dem Einsatz als Soundbar für den Fernseher bietet die Sony HT-CT260H auch die Möglichkeit, mobile Geräte wie MP3-Player über den 3,5-Millimeter-Klinkenstecker anzustöpseln. So könnte man beispielsweise die Musikbibliothek eines iPod über die Sony wiedergeben.

Auch Bluetooth funktioniert im Test tadellos und konnektiert sich anstandslos mit einem Smartphone. Auf dem Display blinkt eine blaue Anzeige, so lange, bis das entsprechende Smartphone die Soundbar entdeckt und sich mit ihr verbunden hat. Danach kann man auf dem Smartphone oder Tablet gespeicherte Musik über die Soundbar wiedergeben. Die Verbindung bleibt stabil, auch wenn man mit dem Smartphone durch den Raum läuft. Erst beim Verlassen des Raumes wird die Verbindung instabil und bricht ab.

Unser Testfazit

Wie alle Soundbars bietet auch die Sony HT-CT260H eine starke Verbesserung des dünnen TV Klangs. Vor allem bei der Wiedergabe von Musik zeigt die Sony ihre Qualitäten. Sie liefert ein kraftvolles, weiträumiges, und trotzdem detailreiches und durchsichtiges Klangbild. Anspruchsvolles Hi-Fi- Niveau erreicht sie aber nicht. Technikaffine Anwender werden die vielen Funktionen auf der Fernbedienung und das auffällige Design schätzen. Durch Anschlussmöglichkeiten für HDMI, Analog-Audio und Bluetooth-Geräte ist sie auch als Stereoanlage einsetzbar. Die empfohlene Preisempfehlung von 279 Euro ist etwas hoch gegriffen, zum Straßenpreis von etwa 222 Euro bietet sie aber einen reellen Gegenwert.

(49 Rezensionen)

POSITIV

  • + kraftvoller Sound
  • + flexibel einsetzbar durch viele Anschlussmöglichkeiten
  • + detailreicher Klang
  • + gute Sprachverständlichkeit

Negativ

  • - sehr großes Subwoofer
  • - auffällige, hohe Bauform des Gehäuses
  • - leises Knacksen bei Schaltvorgängen

Preisvergleich

Endnote 2,0 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    2.0
     
  • Klangqualität
    2.0
     
  • Installation/Anschlüsse
    2.0
     
  • Bedienung
    1.5
     
  • Weitere Funktionen
    2.5
     
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